Die Sparpläne im Haushaltsentwurf der Stadtverwaltung sind eine Katastrophe für Geflüchtete und ihre ehren- wie hauptamtlichen Unterstützer*innen.
Bitte kommt diesen Donnerstag (8. Oktober 2026) um 15:15 Uhr zur Kundgebung auf dem Alter Markt in Köln! Habt ihr noch Überstunden? Nehmt euch frei!
Vor einem Jahr hielt die Bezirksregierung in der Agneskirche ihre letzte Informationsveranstaltung zur künftigen Erstaufnahme-Einrichtung (EAE) Riehler Straße ab. Die Präsentation von damals ist nach wie vor auf ihrer Website verfügbar. Den Bürgerinnen und Bürgern wurde folgender Zeitplan präsentiert:
Seither geschah praktisch nichts. Erst im Juni 2026 hat die Stadt die Umbaugenehmigung für das denkmalgeschützte Gebäude erteilt. Ausgeschrieben wurde dieses Jahr zum einen die Errichtung eines Zaunes um das Gelände, zum anderen die Objektbewachung während des Umbaus.
Der Auftragsbekanntmachung für den Objektschutz ist nun zu entnehmen, dass die Einrichtung “im Herbst 2027” eröffnen soll. Der Objektschutz soll am 1. Oktober 2026 beginnen und am 30. September 2027 enden. Die Bezirksregierung behält sich allerdings vor, das Laufzeitende um bis zu sechs Monate, also bis zum 31. März 2028 zu verlängern.
Ehemalige Oberfinanzdirektion, vom Reichenspergerplatz aus gesehen
“500 Meter langer Riesen-Zaun spaltet das Veedel”, titelte der Kölner Express am 15. April 2026. Auch der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete über eine Ausschreibung der Bezirksregierung Köln, in der ein Unternehmen gesucht wurde, das den provisorischen Bauzaun um die künftige Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) an der Riehler Straße durch einen beständigen Stahlgittermattenzaun entlang der Grundstücksgrenze ersetzt. Beginnen sollen die Arbeiten am 15. Mai; bis Ende Juni sollen sie abgeschlossen sein.
(Update, 11.06.26: Die Bezirksregierung hat sich entschieden, die Zaun-Arbeiten erst durchführen zu lassen, wenn die Umbaugenehmigung vorliegt. Dies ist bis heute nicht der Fall. Die o. g. Daten sind damit obsolet.)
(Update II, 12.06.26: Dem KStA war zu entnehmen, dass die Umbaugenehmigung erteilt wurde. Wir warten nun auf einen aktualisierten Zeitplan der Bezirksregierung, insbesondere auf eine aktualisiertes Prognose für den Erstbezug der EAE.)
Kurt Metelmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Neustadt-Nord/Villen-Viertel, betrachtet den Zaun laut Presse als “Fremdkörper im Viertel”, der “nicht die Wohnlichkeit in der Umgebung” fördere und eine “Abkapselung des Gebäudes” bewirken werde. Er erwäge juristische Maßnahmen sowohl gegen die Absperrung als auch gegen die Umbaupläne.
“Willkommen im Agnesviertel” ist angetreten, um die Entstehung und den Betrieb der EAE sachlich zu begleiten und ihren Bewohner*innen wohlwollend zu begegnen. Zu dieser Sachlichkeit gehört, dass wir die Einschätzungen von Metelmann bei einem Spaziergang in der Umgebung überprüft haben — mit Kamera und Zollstock.
Ab dem 5. März 2026 veranstalten wir an jedem 1. und 3. Donnerstag im Monat nachmittags ein Café für Geflüchtete und andere neue Nachbarn.
Du bist neu in Köln? Dir fehlt Austausch mit deinen Nachbarn? Du willst spielerisch dein Deutsch verbessern? Du brauchst einfach eine Verschnaufpause? Du hast Fragen zum Leben im Viertel?
Im Spiel- und SprachCafé Konekti bist du herzlich willkommen!
Wann? jeden 1. + 3. Donnerstag im Monat, 16.00 ‑18.00 h Wo? Alte Feuerwache, Melchiorstr. 3, 50670 Köln
Impressionen von der ehemaligen Oberfinanzdirektion an der Riehler Straße in Köln, Stand: Winter 2025/2026. Hier sollen voraussichtlich Ende 2026 bis zu 500 Geflüchtete für jeweils einige Wochen unterkommen.
Unsere Willkommensinitiative hat sich Ende 2025 gegründet.
Wir möchten geflüchtete Menschen unterstützen, etwa in Wohnheimen in der fußläufigen Umgebung und zukünftig in der Erstaufnahmeeinrichtung an der Riehler Straße, und zu guten nachbarschaftlichen Verhältnissen beitragen.